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Idee

BODIES IN SCHOOLYARD – Wie kann der Schulraum mit dem Körper erfahren werden?

Die Künstlerin Theresa Herzog und Paul Nierhaus, Lehrer für Geschichte, Sport und Sozialwissenschaften am Gymnasium Sedanstraße, lernen sich im Atelier kennen, kommen über die Zusammenhänge von Sportunterricht, Tanz und Performance ins Gespräch und planen daraufhin kurzfristig ein gemeinsames Projekt. Paul Nierhaus ist im Anschluss an mehreren Nachmittagen im Atelier, schaut sich um und spricht mit den Schüler*innen.

Bei dem Projekt BODIES IN SCHOOLYARD geht es darum, den gesamten Schulraum mit dem Körper neu zu erfahren. Aus zeitlichen Gründen lässt sich das Projekt nicht im Unterricht umsetzen, weshalb sie sich entscheiden, die künstlerische Aktion am Nachmittag durchzuführen und für alle Interessierten zu öffnen. Es nehmen Schüler*innen aus der 5., 6. und 10. Klasse teil, die sich gegenseitig bei den Körperskulpturen und der dazugehörigen Dokumentation mit der Kamera unterstützen.

Wir starteten direkt, wollten nicht viel erklären, sondern zeigten lediglich einen kurzen Input-Film einer Performance des Künstlers Willi Dorner, an den wir unsere Überlegungen anlehnten. Kurze Sicherheitseinführung, dann schickten wir die Kids in 3er und 4er Trupps los, ihre Schule mal mit einem anderen Blick zu erkunden! Nach 20 Minuten trafen wir uns wieder und machten uns mitsamt GoPro und Kamera auf gemeinsame Expedition und erforschten die Räume mit den Körpern. Es wurde viel gelacht, aber eben auch höchst konzentriert gearbeitet und was definitiv geschah: Die Schüler gingen mit einem völlig anderen Blick und Körpergefühl durch ihre eigene Schule!
Theresa Herzog, Künstlerin

In Anlehnung an Willi Dorner

“Seit seiner Premiere 2007 lud Willi Dorners Kunstprojekt bodies in urban spaces in mehr als 90 Städten zu spannenden Spaziergängen durch die Stadtlandschaft. Auf vorab festgelegten, von Dorner sorgsam choreografierten Parcours bewegt sich ein Trupp jeweils vor Ort engagierter Tänzer, Performer und Parkour-Läufer durch Innenstädte weltweit. Bis zu 20 bunt gekleidete Personen verschränken und stapeln sich in Türnischen oder über Eingangsarchitraven, auf Treppenabsätzen oder Parkbänken. Als bizarre Körperskulpturen eröffnen sie kuriose Perspektiven und geben den Bewohnern ein überraschend anderes Stadterlebnis. Die temporären Interventionen konfrontieren mit irritierenden Nutzungsmöglichkeiten des öffentlichen Raums.”

Quelle: Dorner, W. (2014). bodies in urban spaces. Berlin: Hatje Cantz Verlag.

Link zur Dokumentation

 

Das Projekt BODIES IN SCHOOLYARD ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie in einem Kooperationsprojekt zwischen Künstlerin und Sportlehrer die Schüler*innen das gesamte Schulgelände mit ihrem eigenen Körper und ihren Sinnen erforschen können.

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