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Idee

LA COOLLEAGE – mit Methoden und Materialien der Street Art Schüler*innen motivieren

Wie wird aus Einzelteilen ein aussagekräftiges Arrangement?

Wie wird aus Zeitschriften und Schablonen ein Triptychon?

Der Hintergrund: In einem Kunstkurs der gymnasialen Oberstufe entstehen in Zusammenarbeit mit der Künstlerin Theresa Herzog Vorlagen für Stencils (Schablonen) aus Collagen. Der Kunstlehrer Roland Cron ist unterstützend anwesend, gestaltet ebenfalls Unterrichtseinheiten und übernimmt die Verantwortung für die Notengebung.

Das Vorgehen: Die Künstlerin stellt den Schüler*innen einen Stapel Zeitungen, einige ältere Ausstellungskataloge von Sotheby’s, wie beispielsweise Old Master Paintings, 20th century Prints, Contemporary Art, einige weitere Bücher und Werkzeuge wie Scheren, Cutter-Messer, Klebstoff, Eddings, Textmarker und Papiere unterschiedlicher Größe zur Verfügung. Nach und nach wird bei jedem einzelnen ein persönliches Motiv aus den Bildern herausgearbeitet und dieser Teil in entsprechender Größe und mit hohem Kontrast kopiert.

Die Collagen oder Teilbereiche werden vergrößert und anschließend mithilfe von Cutter-Messern weiter zur Schablone ausgearbeitet und mit Spraydosen in beeindruckende Werke umgesetzt. Für die Schüler*innen stellen die Methoden und Materialien der Street Art meist einen besonderen Reiz dar.

Wie können Lern- und Gestaltungsprozesse begleitet werden?

Künstlerische Projekte bringen die Schüler*innen in Aktion und ins selbstständige Tun. Selbstständiges Arbeiten und Lernen benötigt jedoch auch Begleitung. Neben der gruppenbezogenen Begleitung kann die individualisierte Begleitung unterschieden werden. Lernbegleitung kann auch so weit gehen, dass die Künstler*innen selbst in Aktion treten und die Schüler*innen durch Mitmachen begleiten (Modelllernen). Lernbegleitung kann ermutigend und motivierend eingesetzt werden.

Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler entsprechend ihrer individuellen Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten in ihrem kreativen Lernprozess zu unterstützen. Wichtig hierfür ist die Vermittlung von Wertschätzung, das Sich-in-sie-hineinfühlen und der respektvolle Umgang.

Intensive Einzelgespräche und die individuelle Hilfestellung an den Werken nehmen einen großen Stellenwert im Projekt LA COOLLEAGE ein. Der Kunstlehrer und die Künstlerin ermutigen die Schüler*innen, auch an die Negativformen zu denken und sie auch beim Ausschneiden zu berücksichtigen, um eine Form nicht nur durch ihre Umrisslinien zu definieren sondern auch durch Flächen. Es entstehen ganz unterschiedliche Kompositionen und Möglichkeit zur Fokussierung auf einzelne Bildmomente.

Aus den einzelnen Werken entsteht ein gemeinsames großes Werk auf Tapetenbahnen. Die Figuren werden in unterschiedlichen Landschaften eingebettet. Sie werden mehrmals, einfach oder auch in Teilen auf lange Papierbahnen aufgebracht und ergeben so neue Zusammenhänge und Bilder. Es wird nur in Schwarz-Weiß gearbeitet. Das Ganze wird in einer weiteren Street-Art Technik umgesetzt: dem Paste-Up (ein mit Kleister oder Leim aufgezogenes Plakat). Es wird ein großes Triptychon entstehen, das im Flur der Schule angebracht werden soll! Drei Bahnen nebeneinander: Stadt, Land, Fluss!

Das Projekt LA COOLLEAGE ist ein gelungenes Beispiel für das Zusammenspiel von Materialien, Medien und Methoden im Unterricht. Mehr Informationen und Projekte zum Thema Zusammenarbeit im Unterricht finden Sie:

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Als Urheberin zu nennen: Linnet Oster

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Als Urheberin zu nennen: Theresa Herzog

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