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Idee

LINSEN, PRISMEN UND LICHTSTRAHLEN – Ästhetisches Experimentieren im Physikunterricht

Wie lässt sich mit Licht zeichnen und malen?

Wie sieht die Welt durch eine konvexe Linse aus?

Wo hat sich der Regenbogen versteckt?

Wie viele Linsen passen vor eine Lichtbox?

Im Physikunterricht einer 8. Klasse an der Sekundarschule Ennepetal geht es um Optik. Die Künstlerin Magdalena von Rudy hospitiert mehrere Stunden im Unterricht und beginnt im Anschluss, mit den vorhandenen optischen Gerätschaften zu experimentieren und zu spielen.

Genau dieses Experimentieren, Spielen und Ausprobieren macht sie im nächsten Schritt auch zusammen mit den Schüler*innen. Es geht hierbei um eine visuelle, spontane und erfahrungsorientierte Annäherung an das Thema sowie die Utensilien und ihre Eigenschaften. Das genaue und achtsame Beobachten der Farben und Formen des Lichts sowie das Bemerken und Erkennen der kleinen Veränderungen und Farbmischungen stand bei diesem kleinen experimentellen Projekt im Zentrum. 

Ich frage die Lehrerin, warum sie im Physikunterricht künstlerische Methoden bzw. Kunst nutzen möchte und war sehr verblüfft über ihre Antwort: Sie meinte, die Kinder würden dadurch manches besser nachvollziehen und sich besser merken, weil sie prinzipiell durch praktisch-körperliches Arbeiten besser lernen. Außerdem möchte sie, dass die Schülerinnen und Schüler dadurch glücklicher werden und ihren Unterricht und DAS LEBEN mehr genießen können! Das hat mich zum Teil sehr überrascht aber auch sehr berührt. Sie würde gern anders unterrichten, hat aber - nach eigener Aussage - 'von Kunst keine Ahnung'. Sie möchte für ihre Schüler*innen ein Erlebnis, etwas Spielerisches aber auch etwas Befreiendes.
Magdalena von Rudy, Künstlerin

Wie arbeiten die Künstler*innen mit den Lehrer*innen zusammen?

Absprachen und die Zusammenarbeit mit Lehrer*innen sind für die Arbeit von Künstler*innen an Schulen von hoher Relevanz, um Inhalte der künstlerischen Angebote zum Unterricht hin abzustimmen. So kann eine bestmögliche Passung an die Schulvoraussetzungen gewährleistet werden und die Chancen auf innovative Lern- und Entwicklungsprozesse bestmöglich genutzt werden. Für eine optimale Zusammenarbeit sind zudem zwischen Künstler*innen und Lehrer*innen ihr Rollenverständnis und die gegenseitigen Erwartungen zu klären.

Wir reden immer wieder vom Instrumentalisieren der Kunst in der Bildung - nicht ohne Grund! Wie wäre es, wenn man das Ganze mal umdreht: Wir instrumentalisieren heute den Physikunterricht für Kunstzwecke!
Magdalena von Rudy, Künstlerin

Das Projekt LINSEN, PRISMEN UND LICHTSTRAHLEN ist ein gelungenes Beispiel für eine spielerische und forschende Herangehensweise im Fachunterricht .

Mehr Informationen und Projekte zum Thema Zusammenarbeit im Unterricht finden Sie:

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Als Urheberin zu nennen: Magdalena von Rudy

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