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Idee
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Die Qualität künstlerischer Arbeit an Schulen – Grundlagen

Die Rolle und Relevanz künstlerischer Arbeit in Schulen ist angesichts der aktuellen gesellschaftlichen und bildungsbezogenen Herausforderungen heute so bedeutsam wie nie.

Drei Fragen stellen sich in diesem Zusammenhang:

  • Weshalb sind die Impulse künstlerischer Arbeit für Schulen im 21. Jahrhundert so wertvoll?
  • Wie kann künstlerische Arbeit in hoher Qualität gelingen und welche Aspekte sind dafür wichtig?
  • Was können Schüler*innen durch künstlerische Prozesse erfahren und lernen?

Die Kunstlabore-Plattform liefert darauf Antworten, die Ihnen bei der Planung, Umsetzung und Kommunikation eigener künstlerischer Praxis an Schulen helfen können.

Wie kann künstlerische Arbeit in hoher Qualität gelingen und welche Aspekte sind dafür wichtig?

Die Kunstlabore und die Frage nach der Qualität künstlerischer Arbeit an Schulen

Das Kunstlabore-Programm war ein Forschungs- und Entwicklungsprogramm der MUTIK gGmbH im Zeitraum von 2015 bis 2019, gefördert von der Stiftung Mercator. Im Rahmen des Programms reflektierten fünf erfahrene Teams aus den Bereichen Literatur, Bildende Kunst, Musik, Tanz und Theater gemeinsam mit Schulen ihre Praxis und entwickelten zusammen künstlerische Formate und Methoden.
Im Fokus stand dabei die künstlerische Arbeit als sozialer Prozess zwischen Schüler*innen, Kunst- und Kulturschaffenden und Lehrer*innen. Auch Fragen nach den organisatorischen und strukturellen Rahmenbedingungen wurden aufgegriffen, sollten aber bewusst nicht den Schwerpunkt bilden.
Der Name „Kunstlabore“ wurde bewusst gewählt: In einem Labor wird geforscht, geprüft, in Frage gestellt. Neue Perspektiven werden eingenommen, Altes wird in neue Kontexte gestellt und Neues erfunden. All dies sind Herangehensweisen, die zum künstlerischen Arbeiten gehören.

Ziel des Programms war es, zu erforschen, was qualitätsvolle künstlerische Arbeit in Schulen ausmacht und wie dieses Wissen so aufbereitet werden kann, dass es Lehrer*innen und Kunst- und Kulturschaffende inspiriert und dabei unterstützt, qualitätsvolle künstlerische Praxis an Schulen umzusetzen. Wichtiges Kriterium war dafür, dass die in den Kunstlaboren erprobten und reflektierten Ansätze unabhängig von einzelnen Akteur*innen und Institutionen übertragbar werden sollten, damit in Zukunft auch Bildungseinrichtungen außerhalb des Programms die entwickelten Materialien nutzen können.

Mehr zu den Hintergründen des Kunstlabore-Programms und der angewandten Methodik erfahren Sie hier.

Daraus entstanden ist die Plattform www.kunstlabore.de mit rund 600 Seiten Arbeitsmaterialien, vielen Video-Tutorials, Erfahrungsberichten, Fotostrecken und über 300 Videos. Anhand von 31 Projekten aus dem Kunstlabore-Programm werden hier Dokumentationen, Einblicke in künstlerische Arbeitsprozesse, Konzepte, Checklisten, Anleitungen und viele weitere Materialien kostenfrei angeboten.

Ergänzend dazu erscheint im Januar 2020 im transcript Verlag die 214-seitige Publikation „Kunstlabore: Für mehr Kunst in Schulen“, die als gedrucktes Buch und kostenlos als eBook unter CC-Lizenz erhältlich sein wird.

Das Buch bündelt und reflektiert den umfangreichen Wissens- und Erfahrungsschatz aller Beteiligten und ist als Essenz der Begleitung des Kunstlabore-Programms durch die Projektleiterinnen Julia Heisig, Ivana Scharf und Heide Schönfeld zu verstehen.

Während die Kunstsparten- und Kunstlabor-spezifischen Formate hier auf kunstlabore.de praxisnahe Hilfestellungen für die Planung und Umsetzung eigener künstlerischer Projekte in Schulen bieten, widmet sich „Kunstlabore: Für mehr Kunst in Schulen!“ vor allem der Frage, wie die künstlerische Arbeit an Schulen in hoher Qualität realisiert werden kann.

Der Ratgeber vermittelt dabei die Anschlussfähigkeit der Potenziale künstlerischer Prozesse an derzeit in Schulen gültige Kompetenzmodelle und zeigt darüber hinaus auf, weshalb diese Potenziale so große Bedeutung für die in Zukunft immer wichtiger werdenden Kompetenzen haben. Er definiert und beschreibt fünf Qualitätsbereiche, die sich im Rahmen der Kunstlabore für qualitätsvolle, künstlerische Praxis an Schulen als bedeutsam erwiesen haben.

Weshalb sind die Impulse künstlerischer Arbeit für Schulen im 21. Jahrhundert so wertvoll?

Über den Wandel in der Gesellschaft, Bildung und Kompetenzaneignung

Wie wir uns in einer immer komplexer werdenden Welt zurechtfinden, hängt in besonderem Maße davon ab, wie gut wir uns selbst mit unseren Stärken und Schwächen kennen, wie gelassen wir mit Veränderungen umgehen und wie wir als Persönlichkeiten mit dem sozialen Umfeld interagieren. Die Form der Wissensaneignung, was und wie wir lernen, wandelt sich aktuell angesichts der immer größeren globalen Verfügbarkeit von Wissen und der Frage, was unser individueller Beitrag zur Gesellschaft sein wird, wenn in Zukunft Maschinen bei der Lösung von Aufgaben immer kreativer werden.

Für Schulen bringt der Wandel Anforderungen an die Individualisierung der Bildungsbegleitung, die Gestaltung der Lernumgebung und die Einführung neuer Lernmethoden mit sich. Neue Formen der Zusammenarbeit werden dabei immer wichtiger: Sie sind stärker eigenverantwortlich, partizipativ und kollaborativ organisiert.
Hierzu kann künstlerisches Arbeiten wertvolle Impulse und Strategien liefern. Schulen können Gelegenheiten bieten, mit künstlerischen Prozessen in Berührung zu kommen. Die Integration künstlerischer Prozesse und Strategien in den Schulalltag kann dabei zum Motor für Kreativität, individuelle Entwicklung und Innovation in Schulen werden – und dazu beitragen, kreative Lösungen für die derzeitigen Herausforderungen in der Bildung und Gesellschaft zu finden und zu gestalten.

Um die Wahrscheinlichkeit für persönliche Entwicklungen zu erhöhen, spielt dabei die Qualität der Ausführung eine entscheidende Rolle.

Wie kann künstlerische Arbeit in hoher Qualität gelingen und welche Aspekte sind dafür wichtig?

Fünf Qualitätsbereiche künstlerischer Arbeit in Schulen

Im Rahmen des dreijährigen Kunstlabore-Programms reflektierten die Beteiligten, welche Aspekte für die qualitätsvolle künstlerische Arbeit an Schulen von Bedeutung sind.
Wenn künstlerische Arbeit Schulen dabei unterstützen soll, die bestmöglichen Rahmenbedingungen für eine gute Bildung zu schaffen, sind es diese Faktoren, die nach langjährigen Erfahrungen der im Kunstlabore-Programm beteiligten Praxispartner*innen die Wirksamkeit dieser Arbeit maßgeblich beeinflussen. Sie lassen sich in fünf spartenübergreifende Qualitätsbereiche zusammenfassen.

Hier werden die Qualitätsbereiche in dieser Struktur erstmals in ihrer Bedeutung für die Praxis an Schulen beschrieben und anhand von Beispielen aus dem Kunstlabore-Programm erläutert:

Die fünf Qualitätsbereiche künstlerischer Arbeit an Schulen

 

 

Die anleitende Person bildet das Herz des gemeinsamen künstlerischen Prozesses und stellt den wichtigsten Qualitätsbereich dar. Hierzu gehen wir der Frage nach, welche Haltung, welches Kunstverständnis und welche künstlerische Expertise und Qualifikation der anleitenden Person förderlich oder sogar Bedingung für die Entfaltung der Erfahrungspotenziale bei Schüler*innen im Prozess ist.

Hier geht’s zum 1. Qualitätsbereich

Der zweite wesentliche Faktor für das Gelingen künstlerischer Projekte ist die Verständigung zwischen Kunst- und Kulturschaffenden und Lehrer*innen. Hier geht es darum, über welche Inhalte sich die Beteiligten verständigen sollten, damit qualitätsvolle künstlerische Prozesse in Schulen stattfinden können. Dabei ist sowohl die Zieldefinition ein Thema, wie auch die Verständigung über Kunst- und Rollenverständnisse sowie die Klärung der jeweiligen Verantwortlichkeiten.

Hier geht’s zum 2. Qualitätsbereich

Den dritten Qualitätsbereich bildet der künstlerische Prozess.
Wie und mit welchen Strategien lässt sich der künstlerische Prozess anleiten und umsetzen?
Um dies zu verdeutlichen, werden beispielhaft Strategien künstlerischen Arbeitens nachvollziehbar gemacht und vertiefende Einblicke in die Ausgestaltung künstlerischer Prozesse mit Schüler*innen gegeben. Ein weiterer Fokus liegt darauf, geeignete Themen und Inhalte sowie auf einem angemessenen Projektabschluss zu finden.

Hier geht’s zum 3. Qualitätsbereich

Der vierte Qualitätsbereich beschreibt die Bedeutung der Beziehung zwischen Schüler*innen, Kunst- und Kulturschaffenden und Lehrer*innen und geht der Frage nach durch welche Aspekte diese Beziehung beeinflusst wird. Welche Bedeutung kommt dabei der Dauer der Zusammenarbeit hinsichtlich Vertrauensaufbau und Vertiefung der Arbeit zu? Welche Möglichkeiten und Modelle bieten sich an, um künstlerische Prozesse in die Schulstruktur einzubinden?

Hier geht’s zum 4. Qualitätsbereich

Der Raum bildet den fünften Qualitätsbereich, der ebenfalls wichtig ist, jedoch laut der Erfahrungen im Kunstlabore-Programm nicht so bestimmend für die Qualität ist wie die übrigen Qualitätsbereiche. Das bedeutet auch, das Gelingen künstlerischer Praxis sollte am Raum nicht scheitern. In diesem Kapitel werden verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt, wie vorhandene Räume genutzt, schulische Räume zu Kunsträumen umgestaltet und neue Räume erschlossen werden können.

Hier geht’s zum 5. Qualitätsbereich

Was können Schüler*innen durch künstlerische Prozesse erfahren?

Erfahrungspotenziale künstlerischer Prozesse

Wenn im Rahmen des Kunstlabore-Programms vom Gelingen künstlerischer Arbeit die Rede ist, wird darunter das Erreichen und Erfüllen der gemeinsam gesetzten Ziele und vor allem die Freisetzung von Erfahrungspotenzialen bei den Schüler*innen verstanden.
Unter Erfahrungspotenzialen verstehen wir dabei die Erfahrungsmöglichkeiten, die die aktive Auseinandersetzung mit den Künsten bietet, sowie das Potenzial an Erfahrungen, das der eigenen künstlerischen Betätigung innewohnt und die Aneignung wichtiger Kompetenzen überhaupt erst möglich macht.

Die größte Tiefe an Erfahrungen ermöglichen die Künste, wenn sie nicht nur rezipiert werden, wie bei einem Theater- oder Ausstellungsbesuch, sondern wenn sie durch Reflexion und Produktion aktiv angeeignet werden.
Der Dreiklang aus Wahrnehmen (Rezeption), Verstehen (Reflexion) und eigenem Gestalten (Produktion) hat sich im Rahmen der Erforschung der Kunstlabore in den Schulen als für alle Kunstsparten geltender Kern des künstlerischen Arbeitens herausgestellt.
Künstlerisches Arbeiten in all diesen Dimensionen eröffnet eine Vielzahl von Erfahrungspotenzialen für Schüler*innen.

In den Erfahrungspotenzialen, die durch künstlerisches Arbeiten aktiviert werden, liegt die Chance für die Schüler*innen, relevante Kompetenzen für ihren Bildungsprozess zu erlernen und zu stärken.

Mehr zu den Themen …

  • Kompetenzmodelle der Kultusministerkonferenz
  • Neue Ansätze für das Lernen im 21. Jahrhundert
  • Der zunehmende Stellenwert von Kreativität in Schulen
  • Spartenübergreifende und spartenbezogene Erfahrungspotenziale der Künste

… finden Sie in unserem Ratgeber (eBook) in den Kapiteln „Schulen im 21. Jahrhundert“ und „Erfahrungspotenziale künstlerischer Prozesse“.

 

Ob die Erfahrungspotenziale für die Schüler*innen zum Tragen kommen, hängt zu einem wesentlichen Teil von den einzelnen Schüler*innen selbst ab, ihrem persönlichen Zugang zu künstlerischer Arbeit und der Bereitschaft, sich darauf einzulassen.
Die bewusste Gestaltung des gesamten Prozesses trägt jedoch in großem Maße dazu bei, die Chancen für eine Freisetzung dieser Potenziale zu erhöhen.
Denn damit sich die Erfahrungspotenziale künstlerischer Prozesse an Schulen entfalten können, bedarf es einiger Voraussetzungen und Gelingensfaktoren, um die Qualität dieser Prozesse zu gewährleisten.

Die Kunstlabore-Plattform und der Ratgeber möchten dabei helfen, diese Gelingensfaktoren nachzuvollziehen und sie in eigene künstlerische Praxis in den Schulalltag einbringen zu können. Das gebündelte Erfahrungswissen darüber, wie künstlerische Praxis in Schulen spartenübergreifend und spartenspezifisch in hoher Qualität aussehen kann und was es dafür bedarf, liegt mit diesem Buch und der Website erstmals in kompakter Form vor.

Jede Schule wird ihren individuellen Entwicklungsweg gehen. Dabei gilt es, die Ressourcen und Gegebenheiten vor Ort einzubeziehen, vor allem aber einfach anzufangen und Schritt für Schritt weiterzuschreiten, das Kollegium und Eltern zu überzeugen, geeignete Kooperationspartner*innen zu finden sowie die entsprechenden Kommunikations- und Organisationsstrukturen zu etablieren.
Ein Weg, der sich lohnt.

Für mehr Kunst in Schulen!

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Downloadmaterialien und hilfreiche Links

Sie wollen mehr über qualitätsvolle, künstlerische Arbeit in Schulen, ihre Wirkweisen und Voraussetzungen erfahren?

Macht man sich selbst auf den Weg, ist man schnell mit einer sich stetig ausdehnenden und verändernden Landschaft von Akteur*innen und Möglichkeiten konfrontiert, mit welcher man sich aktuell und je nach Bedarf individuell immer wieder auseinandersetzen muss.
Hilfreiche Ansprechpartner*innen in den Bundesländern können dabei beispielsweise die Ministerien, Landes- beziehungsweise Qualitätsinstitute, Lehrerfortbildungsinstitute, Schulträger oder Fachstellen für Kulturelle Bildung sein.

Im Folgenden haben wir hilfreiche Links zur Planung und Umsetzung künstlerischer Projekte für Sie zusammengefasst:

Hilfreiche Links zur Planung und Umsetzung

(Stand: November 2019)

 

In einzelnen Bundesländern existieren Beratungsstellen, die Schulen bei den ersten konzeptionellen Schritten sowie bei der Umsetzung künstlerischer Projekte unterstützen können: Brandenburg:

  • Die Plattform „Kulturelle Bildung Brandenburg“ berät Schulen bei Kooperationen; geplant ist in Zukunft auch eine Datenbank mit Künstler*innenprofilen und Projektbeispielen: www.plattformkulturellebildung.de
  • Bremen: Die Quartier gGmbH hat gemeinsam mit Schulen sogenannte Formatprojekte im Rahmen des Programms „Kreativpotentiale Bremen“ umgesetzt und begleitet sie seit 2014 bei der Umsetzung Kultureller Bildung im Schulalltag: www.quartier-bremen.de/category/projekte/kreativpotentiale-bremen/
  • Hessen: Auf der Webseite des Büros für Kulturelle Bildung des Hessischen Kultusministeriums finden Sie umfangreiche Beratungsangebote der Fachberatung Kulturelle Bildung: kultur.bildung.hessen.de/fachberatung/aufgaben.html
  • Mecklenburg-Vorpommern: Die Fachstelle für Kulturelle Bildung Mecklenburg-Vorpommern bietet sowohl Kulturschaffenden als auch Schulen praktische Hilfestellung bei der gemeinsamen Umsetzung von Projekten.
    Sie berät auch zum Bundesprogramm „Kultur macht stark“: kubi-mv.de/
  • Niedersachsen: Die Landesvereinigung kulturelle Jugendbildung Niedersachsen (LKJ) bietet bei der Kontaktstelle „Kultur macht Schule“ für Kulturschaffende, die mit Bildungseinrichtungen zusammenarbeiten möchten, Beratung, Qualifizierung und Fachaustausch. Hervorzuheben ist die Rechtsberatung: Schulen und Kulturschaffende können sich zu den rechtlichen Aspekten einer gemeinsam Kooperation beraten lassen. www.kulturmachtschule.lkjnds.de/willkommen.html
  • Nordrhein-Westfalen: Bis 2019 wurden von der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V. staatliche Moderator*innen aus allen fünf Bezirksregierungen fortgebildet, die interessierten Schulen schulinterne und schulexterne Fortbildungen anbieten. Sie können von Schulen als Berater*innen über die Kompetenzteams angefragt werden. Man findet sie durch die Auswahl des jeweiligen Regierungsbezirks auf der Karte unter dem Punkt „Kooperation mit Bildungspartnern“ und der Auswahl „Kulturelle Bildung“: www.lehrerfortbildung.schulministerium.nrw.de/Fortbildung/ Kompetenzteams/
  • Nordrhein-Westfalen: Die Arbeitsstelle „Kulturelle Bildung in Schule und Jugendarbeit NRW“ bietet ein umfassendes Beratungsangebot und unterstützt Schulen bei Kooperationen mit Kulturpartner*innen und der Entwicklung eines kulturellen Schulprofils: www.kulturellebildung-nrw.de/home
  • Rheinland-Pfalz: Die Servicestelle „Kulturelle Bildung Rheinland-Pfalz“ bietet Beratungen an: www.skubi.com
  • Schleswig-Holstein: Hier können 15 Kreisfachberater*innen zur Verankerung Kultureller Bildung an schleswig-holsteinischen Schulen angefragt werden. Zusätzlich stehen im gesamten Bundesland ausgebildete Kulturvermittler*innen zur Verfügung, um künstlerische Angebote für die Schulen zu vermitteln: www.kulturvermittler-sh.de

Um gemeinsame Projekte zu starten ist es wichtig, Kunst- und Kulturschaffende zu gewinnen, die gerne ihre Kompetenzen einbringen. Fächer- und disziplinenübergreifendes Arbeiten führt dazu, neue Prozesse und Strukturen zu etablieren, sodass immer mehr Schüler*innen von künstlerischer Arbeit profitieren können.
Bei der Suche nach geeigneten Kunst- und Kulturschaffenden bieten sich folgende Datenbanken an:

  • Auf dem „Kulturserver“ befindet sich eine Datenbank von Kunst- und Kulturschaffenden, die nach Regionen und Sparten sortiert ist: www.kulturserver.de/-/kulturschaffende
  • Die Linkliste des Programms „Kulturagenten für kreative Schulen“ enthält Hinweise auf Plattformen und Datenbanken, die bei der Recherche nach Kunst- und Kulturpartner*innen hilfreich sein können. Außerdem gibt sie wertvolle Hinweise und Tipps für die Partner*innen-Auswahl oder die Reflexion künstlerischer Projekte: bit.ly/Linkliste_Kulturagenten
  • Die Datenbank von „Aktion Tanz – Bundesverband Tanz in Bildung und Gesellschaft e.V.“ hilft bei der Suche nach Tänzer*- innen und Vermittler*innen: www.aktiontanz.de/tanzpod/profile
  • Die Webseite des Deutschen Musikinformationszentrums bietet eine Übersicht zu Orchestern, Musiktheatern, Musikschulen und anderen musikalischen Einrichtungen: www.miz.org/musikatlas.html
  • Die Plattform „Kulturelle Bildung Brandenburg“ ist dabei behilflich, Schule mit Künstler*innen und Kulturpartner*innen zusammenzubringen: www.plattformkulturellebildung.de
  • Auf der Webplattform „Netzwerk Kulturelle Bildung“ des Kulturnetzes Hamburg können interessierte Schulen in den Angeboten von Künstler*innen, Kulturschaffenden und Kulturinstitutionen stöbern: kulturnetz-hamburg.de
  • Wer in Mecklenburg-Vorpommern nach Angeboten von Künstler*innen und Kulturschaffenden für Bildungseinrichtungen sucht, wird im Online-Atlas „Kulturelle Bildung“ der Fachstelle Kulturelle Bildung Mecklenburg-Vorpommern fündig: kubi-mv.de/online-atlas/
  • Das Internetportal des Landesprogramms Kultur und Schule wird vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen betreut und bietet eine umfangreiche Datenbank mit Künstler*innen und Projektbeispielen: www.kultur-und-schule.de
  • Die Servicestelle Kulturelle Bildung Rheinland-Pfalz vernetzt Künstler*innen und Kulturschaffende mit Bildungseinrichtungen: www.skubi.com/ueber-uns/servicestelle-kulturelle-bildung/
  • Auf dieser Projektwebseite von „Schule trifft Kultur“ finden Sie Profile erfahrener Kulturvermittler*innen und Projektbeispiele in Schleswig-Holstein: www.kulturvermittler-sh.de/kuenstler

Künstlerisches Arbeiten an Schulen kostet Geld und die Suche nach finanzieller Unterstützung ist nicht immer einfach. Es gibt jedoch viele unterschiedliche Finanzierungsmöglichkeiten, die sich teilweise von Bundesland zu Bundesland stark unterscheiden.

Oftmals ist bei kleineren Projekten eine Finanzierung durch die Schule selbst möglich, indem schulinterne Mittel zur Verfügung gestellt werden können. Auch eine Finanzierung durch Drittmittel, wie beispielsweise Fördervereine und -kreise der Schule oder finanzielle Unterstützung durch örtliche Rotary und Lions Clubs ist oft machbar. Auch Unternehmen, Banken und Sparkassen sowie Baugenossenschaften können gegebenenfalls im Rahmen ihrer Corporate-Cultural-Responsibility-Strategien beispielsweise Honorare von Künstler*innen übernehmen.

Neben bundesweiten Förderprogrammen gibt es häufig landesweite und lokale Förderungen wie zum Beispiel den Berliner Projektfonds für Kulturelle Bildung oder entsprechende Initiativen und Programme der Bildungs- oder Kulturministerien. Private und öffentliche Stiftungen stellen ebenfalls oft auf Antrag Gelder für künstlerische Projekte zur Verfügung, wenn sie mit dem Stiftungszweck vereinbar sind.

Die bereits unter dem Punkt „Beratung“ aufgeführten Fachstellen in den Ländern – Plattform Kulturelle Bildung Brandenburg, Quartier gGmbH Bremen, Fachstelle Kulturelle Bildung Mecklenburg Vorpommern, LKJ Niedersachsen, Arbeitsstelle Kulturelle Bildung in Schule und Jugendarbeit NRW sowie die Servicestelle Kulturelle Bildung Rheinland-Pfalz – bieten ebenfalls Auskunft zur Finanzierung und Förderung.

Zudem können folgende Datenbanken hilfreich sein:

  • Eine Übersicht zu Stiftungen, gegliedert nach Regionen und auch inhaltlichen Schwerpunkten, finden Sie hier: www.stiftungssuche.de
  • Die Bundeszentrale für politische Bildung gibt eine Übersicht zu Fördermöglichkeiten Kultureller Bildung heraus: bit.ly/BPP_Foerdermoeglichkeiten

Schulen entscheiden sich heute aus unterschiedlichen Beweggründen, den Schulentwicklungsprozess mit und durch Kulturelle Bildung zu gestalten und ein kulturelles Schulprofil zu entwickeln.

Schulen, die ein kulturelles Schulprofil entwickeln, profitieren von der veränderten Schulkultur durch die neuen Formen der Zusammenarbeit, die partizipativ und kollaborativ geprägt sind, ebenso wie sie Schüler*innen kulturelle Teilhabe ermöglichen.
Ein kulturelles Schulprofil zu entwickeln bedeutet, dass Kulturelle Bildung zum Bestandteil der Organisations-, Personal- und Unterrichtsentwicklung wird. Nicht mehr einzelne Projekte stehen dann im Fokus, sondern die Entwicklungsziele der Schule, die mithilfe von Kunst- und Kulturschaffenden erreicht werden.

Der Prozess hin zur Kulturschule ist langfristig zu denken und umfasst die gesamte Schule, doch auch hier gilt es, einen Schritt nach dem anderen zu machen:

  • Ein hilfreiches Tool für die Entwicklung eines übergreifenden kulturell-künstlerischen Konzepts für Ihre Schule ist der im Programm „Kulturagenten für kreative Schulen“ entwickelte Kulturfahrplan auf: bit.ly/Kulturfahrplan.
    Der Kulturfahrplan unterstützt Schulen dabei, noch mehr künstlerische und kulturelle Angebote im Schulalltag zu integrieren und richtet sich an all diejenigen, die sich für eine strukturelle Verankerung in ihrer Schule einsetzen. Als Planungs- und Steuerungsinstrument unterstützt der Fahrplan Sie systematisch dabei, Visionen, Ziele und operative Umsetzung zu planen, zu reflektieren und weiterzuentwickeln.
  • Im Rahmen des Kulturagenten-Programms haben über 250 Schulen gemeinsam mit rund 50 Kulturagent*innen ein kulturelles Schulprofil entwickelt und langfristige qualitätsvolle Kooperationen mit Künstler*innen und Kulturinstitutionen aufgebaut.
    Auf www.kulturagenten-programm.de finden Sie bei jedem der teilnehmenden Bundesländer in der Rubrik „Schulen“ jene Schulen, die zuletzt am Programm teilgenommen haben. In manchen Bundesländern geben zertifizierte Referenzschulen ihr Wissen weiter.

Einige Bundesländer bieten auch Beratung zu kultureller Schulentwicklung an:

  • Das Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg ist Ansprechpartnerin für Schulen beider Bundesländer, die sich mit und durch Kulturelle Bildung weiterentwickeln wollen. Aufgrund der Erfahrungen in den Schulentwicklungsprogrammen „3KulturSchulen“ sowie „Land.schaft Kulturelle Bildung“ in Brandenburg gibt es eine Expertise und Materialien zu Kultureller Bildung als „Aushängeschild“ von Schulen in ländlichen Räumen: lisum.berlin-brandenburg.de/lisum/
  • In Bremen bietet die Quartier gGmbH gemeinsam mit Fachberater* innen der Senatorin für Kinder und Bildung interessierten Schulen Formate des ästhetischen Zugangs zur kulturellen Schulentwicklung an. Hierbei wird auf Einzelbedarfe der jeweiligen Schulen eingegangen und es werden individuell zugeschnittene schulinterne Lehrerfortbildungen (SchiLfs) angeboten: www.quartier-bremen.de
  • In Hessen stellen die staatlichen Schulämter Fachberater*innen, die zur kulturellen Schulentwicklung beraten. Schulleitungen und Kollegien werden bei konzeptionellen als auch administrativen Fragen der Schulentwicklung mit Kultureller Bildung individuell beraten. Mehr Informationen finden Sie auf dem Hessischen Bildungsserver im Kulturportal für hessische Schulen: kultur.bildung.hessen.de
  • In Niedersachsen können Schulentwicklungsberater*innen bei der Niedersächsischen Landesschulbehörde von Schulen angefragt werden. Einige von ihnen können zu dem Entwicklungsziel „Kulturelle Bildung“ beraten und den Entwicklungsprozess begleiten: www.landesschulbehoerde-niedersachsen.de
  • Im Saarland ist Kulturelle Bildung ein Wahlmodul in den Fortbildungsreihen des Landesinstituts für Pädagogik und Medien für angehende Schulleitungen. Zusätzlich können Berater*innen für kulturelle Schulentwicklung von Schulen angefragt werden. Informationen finden Sie beim Landesinstitut für Pädagogik und Medien unter dem Stichwort „KULTUR_leben!“
  • In Thüringen können Kulturagent*innen und Beratung zu kultureller Schulentwicklung über die Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Thüringen e.V. angefragt werden: www.lkj-thueringen.de/projekte/kulturagenten.html
Im Kunstlabor sind wir sehr frei gewesen – immer bezogen auf den Lehrplan, aber in einer ganz anderen Art und Weise.

Wenn wir ein Haus des Lernens bauen wollen, muss so ein Raum da unbedingt einen Platz haben.

Andreas Tempel, Schulleiter der Alexander-Coppel-Gesamtschule Solingen

Tauchen Sie ein in den ersten der fünf Qualitätsbereiche ...

… und erfahren Sie hier, warum die anleitende Person so bedeutsam ist und welche Voraussetzungen sie mitbringen sollte, damit die Durchführung künstlerischer Projekte an Schulen in hoher Qualität gelingt.

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